28.12.2012 - Pressemitteilung
Innenminister
Boris Rhein und Justizminister Jörg-Uwe Hahn ziehen eine positive
Bilanz der Aktionswochen „Sicherheit und Recht“ der Hessischen
Landesregierung.
Alle Kabinettsmitglieder hatten in den vergangenen Wochen während
ihrer Besuche vor Ort oder der auswärtigen Kabinettsitzung im
Polizeipräsidium Frankfurt die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild von
der Arbeit unserer Polizei und Justiz zu machen. Sei es bei Kontrollen
gegen Einbrecher, künftigen Fahndungsmethoden mittels Facebook oder der
Ausbildung bei Justiz und Polizei.
„Hessen ist eines der sichersten Länder. Hohe Aufklärungsquoten und
sinkende Kriminalitätszahlen sind der beste Gradmesser. Tausende Frauen
und Männer setzen sich vorbildlich bei Justiz und Polizei dafür ein,
dass sich alle Menschen in Hessen sicher fühlen können. Dafür steht
diese Landesregierung“, erklärten der Justizminister und
stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn und Innenminister Boris
Rhein.
Sicher leben in Hessen: Das Zukunftsmodell bleibt der Polizist auf Streife
Auch in Zeiten neuer Bedrohungen und modernster Ermittlungsmethoden
setzen wir auf eine sichtbare Polizeipräsenz vor Ort. Der Polizist auf
Streife vermittelt Sicherheit, Vertrauen und Hilfsbereitschaft. „Die
Polizei – Dein Freund und Helfer“ ist ein Zukunftsmotto. Der direkte
menschliche Kontakt – gerade auch in einer immer älter werdenden
Gesellschaft – erhöht die Sicherheit und wirkt auf potentielle Täter
abschreckend.
„Wir setzen in Zukunft noch mehr Polizistinnen und Polizisten auf der
Straße ein. Dabei müssen öffentliche Plätze, Bahnhöfe und
Bushaltestellen, Angst- und Problemzonen im Blickpunkt stehen, vor allem
aber auch Orte, die im Leben älterer Menschen und Familien mit Kindern
eine große Rolle spielen“, erklärte der Innenminister.
Sicher leben in Hessen: Moderne Ausstattung und Verfolgung bleibt Zukunftsaufgabe
Die Polizei der Zukunft braucht neben hervorragend ausgebildetem
Personal die modernste Ausstattung zur Verbrecherjagd. Die Polizei muss
besser und moderner ausgestattet sein als Gewalttäter, Verbrecher und
Kriminelle. Dazu gehören unter anderem ein Fuhrpark auf neuestem Stand,
die jeweils aktuellen Ermittlungsmethoden, aber auch sämtliche
Schutzmaßnahmen für die Sicherheit der Polizistinnen und Polizisten.
Zudem sind unter Beachtung der rechtsstaatlichen Grundsätze auch die
praxistauglichen Grundlagen und Gesetze für die Polizeiarbeit immer auf
aktuellem Stand zu halten.
Sicher leben in Hessen: Für die Zukunft setzen wir noch stärker auf Prävention und Mitwirkung der MenschenNeben
Polizisten auf Streife und einer modernen Ausstattung ist in Zukunft
die Mitwirkung und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger für mehr
Sicherheit von entscheidender Bedeutung.
Innenminister Boris Rhein: „Dazu sind die Präventionsmaßnahmen vor
Ort sowie landesweit mit möglichst vielen Partnern in Vereinen und
Verbänden auszuweiten. Insbesondere an Schulen muss Gewaltprävention ein
Schwerpunkt sein. Gerade auch Projekte für die Sicherheit älterer
Menschen, die Verhinderung von Wohnungseinbrüchen oder Taschendiebstahl
bleiben Herausforderungen für die Zukunft.“
Als „vorbildlich“ nannten Justizminister Jörg-Uwe Hahn den
Landespräventionsrat, in dem Fachleute in zehn Arbeitsgruppen die
Landesregierung beraten, wie Kriminalität am besten vermieden werden
könne. So gelang es im Verbund mit dem Einzelhandel, die Zahl der
Ladendiebstähle zu senken. Im Falle Häuslicher Gewalt kam die
Erkenntnis, wer Frauen schützen will, muss auch dem schlagenden Ehemann
helfen.
Innenminister Boris Rhein: „Wir brauchen auch die Hilfe der Bürger.
Die Mitwirkung jedes Einzelnen kann von aktivem Engagement – zum
Beispiel im Freiwilligen Polizeidienst – über Beteiligung an
Präventionsprojekten bis hin zu schnellen Hinweisen an die Polizei oder
Zivilcourage bei entstehenden Konflikten reichen.“
Sicher leben in Hessen: Den Herausforderungen durch Terror und Extremismus weiter offensiv begegnen Der
Staat muss für die Sicherheit von Leib und Leben sowie die Sicherung
der freiheitlich-rechtsstaatlichen Demokratie sorgen. Die letzten Jahre
haben gezeigt, dass die Gefahr vor terroristischen Anschlägen nicht nur
real ist, sondern eine Vielzahl von Erscheinungsformen aufweist. Dieser
Herausforderung muss sich der Staatauch in Zukunft stellen. Dazu zählen
die Ausrüstung und Ausbildung der hessischen Sicherheitskräfte, ein
moderner Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, Maßnahmen zur Prävention
und Objektsicherung sowie eine engmaschige Zusammenarbeit mit Bund,
Ländern und internationalen Partnern. Zur Verteidigung der Demokratie
vor Extremisten jedweder Art muss der Verfassungsschutz in Struktur und
Personal den Herausforderungen der Zukunft angepasst sein.
Sicher leben in Hessen: Organisierte Kriminalität und Bandenwesen dürfen keine Zukunft haben
Eine
weitere Bedrohung für die Bürgerinnen und Bürger sind international
operierende Verbrecherorganisationen, Banden und verbrecherische
Kartelle. Ihnen muss der Staat auch in Zukunft mit allen zur Verfügung
stehenden Bekämpfungsmethoden entgegentreten. Beispielhaft ist die
Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität zu nennen.
„Hessen steht durch den Rhein-Main-Flughafen sowie seine
verkehrsgeografisch zentrale Lage hier vor großen Herausforderungen. In
Zukunft werden die Einstellung, die Ausbildung sowie die Zusammenarbeit
mit hochspezialisierten Experten von wachsender Bedeutung sein. Durch
eine enge Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden auf allen Ebenen ist es
mein Ziel, die Organisierte Kriminalität zu verbannen“, so
Innenminister Boris Rhein.
Justizminister Jörg-Uwe Hahn verweist auf die
„Schwerpunktstaatsanwaltschaft Wirtschaftskriminalität“, die am
internationalen Finanzplatz Frankfurt ohne Ansehen der Person Recht und
Gesetz durchsetzt. „Unsere Staatsanwälte haben kriminelle Machenschaften
beim Handel mit Luftverschmutzungsrechten aufgedeckt und dabei bislang
600 Millionen Euro dem Staat gesichert. Erst vor wenigen Tagen wurden in
diesem Zusammenhang eine Großbank in Frankfurt durchsucht und vier
Haftbefehle vollstreckt.“
Sicher leben in Hessen: Zukunftsherausforderungen des
Internets, des elektronischen Zahlungsverkehrs und der Cyberkriminalität
konsequent begegnenDie Sicherheit im Internet, vor
allem in Verbindung mit sensiblen Daten und Möglichkeiten des
Zahlungsverkehrs, gehören zu den größten Zukunftsherausforderungen einer
zunehmend digitalisierten Welt. Die Sicherheitsgefahren betreffen
insbesondere Kredit- und Bankkartenmissbräuche, Online-Banking oder aber
die Manipulation von Geldautomaten. Dies betrifft daher letztlich
breite Bevölkerungskreise, aber auch Gruppen wie kleine und
mittelständische Unternehmen und damit das Rückgrat der hessischen
Wirtschaft. Hier sind in Zukunft durch ein Zusammenspiel aller
Beteiligten spezialisierte Bekämpfungsmethoden gezielt einzusetzen.
Innenminister Rhein: „Wir müssen die Bevölkerung stärker über die
Vermeidung von Risiken informieren. Andererseits sind gezielte Hinweis
von Betroffenen für eine effiziente Strafverfolgung unabdingbar.“
Sicher leben in Hessen: Wir machen Polizei und Staatsanwaltschaft zukunftsfest für den größten Tatort der Welt, das InternetHier
wird kommuniziert, hier trifft man sich in sozialen Netzwerken. Hier
werden Geschäfte getätigt und bezahlt. Hier werden Mitbürger leider auch
betrogen. Die Hessische Polizei hat dieses Kriminalitätsfeld früh
erkannt und Internet-Kommissare ausgebildet. Justizminister Jörg-Uwe
Hahn: „Der Hessische Generalstaatsanwalt hat als erster in Deutschland
eine Zentralstelle Internetkriminalität (ZIT) ins Leben gerufen, die
schwierige Ermittlungen an sich zieht. Polizei und Staatsanwälte bringen
Betrüger, Verbreiter von Kinderpornographie, Kinderschänder und Stalker
vor Gericht.“
Sicher leben in Hessen: Wir wollen die elektronische Akte. Unser Ziel: das moderne, papierlose Gericht„Wir
haben, was uns schwergefallen ist, zehn Gerichte geschlossen. Wir sind
dabei den Empfehlungen des Landesrechnungshofes gefolgt, wonach
Kleinst-Gerichte mit nur zwei Richtern nicht vernünftig und sparsam
betrieben werden können. Sie können das breite Spektrum eines
Amtsgerichts von Strafsachen über Zivilsachen bis hin zu Familiensachen
kaum abdecken“, berichtet Justizminister Jörg-Uwe Hahn.
„Wir haben jetzt noch 41 Amtsgerichte, neun Landgerichte, ein
Oberlandesgericht, fünf Verwaltungsgerichte, einen
Verwaltungsgerichtshof, sieben Sozialgerichte und ein
Landessozialgericht, sieben Arbeitsgerichte und ein Landesarbeitsgericht
und ein Hessisches Finanzgericht. Diese 73 Gerichte“, so Justizminister
Hahn, „ statten wir mit moderner Technik aus, damit hervorragend
ausgebildete Richter den Bürgern rasch zu ihrem Recht verhelfen können.
Die Papierakte war gestern. Als erste Gerichtsbarkeit in Deutschland
nimmt die Hessische Sozialgerichtsbarkeit Online-Klagen an. Diese werden
komplett elektronisch bearbeitet. Ein Novum in Deutschland. So arbeitet
die hessische Justiz kostengünstig und effizient.“
Sicher leben in Hessen: Wir wollen Jugendkriminalität
verhindern, mit mehr Häusern des Jugendrechts und pädagogischen
Leitplanken wie Warnschuss-Arrest
„Jugendliche Straftäter einfach nur abzustrafen, zeigt wenig
dauerhafte Wirkung. Wir haben Häuser des Jugendrechts organisiert, in
denen Polizei, Staatsanwälte und städtische Sozialarbeiter unter einem
Dach den Jugendlichen „behandeln“, der gerade straffällig geworden ist.
Alle drei gemeinsam schauen sich die Welt an, in der er lebt, ob er
Arbeit hat. Er wird auf den rechten Weg gebracht. Bei weiteren
Straftaten und ungenügender Einsicht muss er mit einem Warnschuss-Arrest
rechnen, einem Weckruf, der ihn zur Umkehr bewegen soll.“
„Wir wollen helfen, statt strafen“, sagt Justizminister Jörg-Uwe
Hahn: „Wir wollen künftige Straftaten vermeiden. Eine vorausschauende
Justiz macht Hessen sicherer.“
Sicher leben in Hessen: Wir schaffen eine
Sicherungsverwahrung, die die Bürger vor Sexual- und Gewaltverbrechern
schützt und die Rechte der Untergebrachten wahrt„Es
gibt Straftäter, Gewalt- oder Sexualtäter, die nach Verbüßung ihrer
Strafhaft noch immer als so gefährlich angesehen werden, dass sie, mit
richterlichem Beschluss, in „Sicherungsverwahrung“ festgehalten werden.
Das Bundesverfassungsgericht hat diese Möglichkeit bestätigt, aber eng
begrenzt“, berichtet Justizminister Jörg-Uwe Hahn: „Nach den Vorgaben
des höchsten deutschen Gerichts werden wir am Standort Schwalmstadt
diese Straftäter so unterbringen, dass sich die Menschen in Hessen
sicher fühlen können, dass aber auch die Rechte derer, die über ihre
Strafzeit hinaus festgehalten werden, gewahrt sind.“
Positiv werteten Justizminister Jörg-Uwe Hahn und Innenminister Boris Rhein auch den Bürgerdialog der Landesregierung
im Internet zu diesem Thema: „Wir haben auch den Dialog mit den
Bürgerinnen und Bürgern im Internet mit modernen Mittel geführt.
Insgesamt haben fast 5.000 Menschen unsere neu eingerichtete Seite www.buergerdialog.hessen.de besucht, durchschnittlich 328 Internetnutzer pro Tag.
Die größte Resonanz hatten Fragen zur Sicherheit im ÖPNV und im
öffentlichen Raum sowie Fragen zu den Kosten für Polizeieinsätze bei
Fußballspielen. Jeder kann im Internet die Antworten der Landesregierung
nachlesen. Insgesamt ein sehr erfreuliches Ergebnis, dass uns bestärkt,
dieses Internet-Instrument weiter zu nutzen. Wir wollen damit eine
Zukunftsdebatte führen – vor Ort und auch im Internet unter www.buergerdialog.hessen.de“.
www.hessen.de
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